Nun wird er als Feigling beschimpft

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Der frühere afghanische Präsident Mohammad Ashraf Ghani wurde auf der ganzen Welt als Genie gefeiert. Mit seiner Flucht aus Afghanistan hat sich das Blatt gewendet.

Warum ist der ehemalige afghanische Präsident Mohammad Ashraf Ghani geflohen? Hat Herr Ghani die internationale Gemeinschaft getäuscht und Afghanistan in einem ethnischen Deal an die Taliban übergeben? Ashraf Ghani sagte, seine Flucht sei plötzlich erfolgt.
Aber einige afghanische Politiker behaupten, der Sturz der Regierung und Ghanis Flucht sei nicht überraschend geschehen, sondern sei seit langem geplant gewesen.
Ghani sagt, der damalige nationale Sicherheitsberater Hamdullah Moheb habe ihm mitgeteilt, die Präsidentengarde sei aufgelöst worden. Er fügte hinzu, dass bei Widerstand alle getötet würden und niemand ihn verteidigen könne.

Moheb war wirklich verängstigt und gab ihm keine weiteren zwei Minuten. Ghani bestand darauf, dass er an diesem Tag in die Provinz Khost fahren würde, aber Moheb sagte ihm, dass Khost und Jalalabad ebenfalls gefallen seien.
„Es war wirklich plötzlich“, sagte der ehemalige afghanische Präsident in einem Interview.

Ghani verließ Kabul und floh nach Usbekistan nach der Belagerung Kabuls durch Taliban-Kämpfer und der Eroberung fast aller Provinzen. Am 15. August floh er weiter in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Obwohl die Taliban behaupteten, dass sie nicht beabsichtigen Kabul zu betreten bis eine Einigung erzielt wäre, sagte Ghani gegenüber BBC Radio, dass seine wichtigsten Sicherheitsberater ihm gesagt haben sollen, dass die Taliban ihr Versprechen gebrochen hätten, Kabul nicht zu betreten.

Dr. Abdullah Abdullah, der ehemalige Vorsitzende des afghanischen Nationalen Versöhnungsrates, der nicht weglief, als die Taliban an die Macht kamen, blieb mit dem ehemaligen afghanischen Präsidenten Hamid Karzai in Kabul. In der Regierung von Ashraf Ghani spielte er eine relativ untergeordnete Rolle. An wichtigen Entscheidungen der Vorgängerregierung war er nicht beteiligt. Jedoch war er am Friedensprozess und den Gesprächen mit den Taliban
beteiligt.
Während der Regierungen von Hamid Karzai und Ashraf
Ghani hatte Dr. Abdullah Abdullah, der als Außenminister, Chief Executive und Vorsitzender des Obersten Nationalen Versöhnungsrates von Afghanistan diente, sehr gute und freundschaftliche Beziehungen zu westlichen und europäischen Ländern.

Was hat US-Präsident Joe Biden dem Schicksal des afghanischen Volkes angetan?

Die Entscheidung von US-Präsident Joe Biden, Afghanistan zu verlassen, war sehr voreilig und irrational: Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten haben Afghanistan im Stich gelassen. Wären US- und NATO-Truppen in Afghanistan präsenz, hätte Russland die Ukraine niemals militärisch angegriffen. Joe Biden und seine Verbündeten haben die geostrategische Bedeu- tung Afghanistans außer Acht gelasssen.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat in Bezug auf Afghanistan nie eine vorschnelle Entscheidung getroffen, hat den Taliban nie erlaubt, an die Macht zu kommen.
Die Verantwortlichen der Bagram-Militärbasis haben die größte und mächtigste Basis in Kabul nicht an die Taliban übergeben und Russland hat keinen Militärangriff auf die Ukraine gestartet. Herr Trump war in seinen politischen Entscheidungen wachsam, wenngleich er durch die Art seiner Verhandlungsführung äußerst umstritten war. Mit dem Amtsantritt Joe Biden hat sich die US- Afghanistan Politik grundlegend verändert.

Die Strategien von Zalmai Khalilzad, der US-Sonderbeauftragte für Afghanistan hatten große Mängel, die mittlerweile ans Licht gekommen sind. Diese Probleme ergaben sich aus dem Wunsch der USA, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Die schnelle und unachtsame Verhandlungen mit den Taliban haben ihnen ein Machtgefühl verliehen. Während der Verhandlungen hat die USA ihre größte Aufgabe bezüglich Afghanistan außer Acht gelassen. Diese bestand darin, den Frieden in Afghanistan zu gewärleisten. Darin ist die USA nach 20 Jahren Krieg und unzähligen Menschenopfern gescheitert. Daher wollte Khalilzad den Taliban die legitime Macht in Afghanistan überlassen, obwohl das afghanische Volk andieser Entscheidung nicht beteiligt war. Nun steht die Welt vor dem fatalen Ergebnis der jahrlangen Bemühungen für ein besseres Afghanistan: Einem dunklen mittelalterlichen Land.

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